27 June 2026, 14:14

Dieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Satiregrenzen aus

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Satiregrenzen aus

Der Komiker Dieter Nuhr hat mit einem Witz über Femizide in seinem jüngsten ARD-Programm für Aufsehen gesorgt. In dem umstrittenen Gag deutete er an, Opfer hätten ihre Partner gründlicher prüfen sollen. Nun stehen die öffentlich-rechtlichen Sender wegen des Inhalts und ihrer Reaktion in der Kritik.

In der Sendung machte Nuhr sich auch über die Parkkünste von Frauen lustig. Seine Comedy zielt häufig auf Frauen als Zielscheibe von Pointen ab. Der aktuelle Witz über Femizide wurde jedoch weitläufig als geschmacklos und plump verurteilt.

Kritiker werfen dem Komiker vor, mit seiner Aussage misogyne Klischees zu verstärken. Der Witz stelle Frauen als minderwertig dar und unterstelle, sie seien Besitz, der kontrolliert werden müsse. Expert:innen betonen, dass Femizide kein Zufall seien, sondern das Ergebnis langjähriger Gewalt und tief verwurzelter Frauenfeindlichkeit.

Nuhr selbst behauptet, in Deutschland gebe es kein strukturelles Problem mit der Tötung von Frauen. Der Rundfunksender rbb räumte zwar die Empörung ein, verteidigte die Sendung jedoch mit Verweis auf künstlerische und satirische Freiheit. Bisher gab es keine Konsequenzen für den Komiker oder das Programm.

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Öffentlich-rechtliche Sender sind gesetzlich verpflichtet, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu vermeiden und die Menschenwürde zu wahren. Das Ausbleiben von Maßnahmen hat die Debatte über ihre Verantwortung weiter angeheizt.

Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und den Pflichten der Rundfunkanstalten. Während der rbb Nuhrs Auftritt verteidigt, steht dies im Widerspruch zu seinen rechtlichen Verpflichtungen. Die Affäre hat die Diskussion über die Grenzen der Satire und die Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt neu entfacht.

Quelle