Deutsche Bahn verwickelt in illegalen Abfallskandal mit 24.000 Tonnen belasteter Erde
Adriana SchachtDeutsche Bahn verwickelt in illegalen Abfallskandal mit 24.000 Tonnen belasteter Erde
Ein großes Bauprojekt der Deutschen Bahn ist in einen illegalen Abfallskandal geraten. Fast 24.000 Tonnen belastete Erde von einem ICE-Wartungsdepot in Dortmund wurden ohne Genehmigung entsorgt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun, wie das Material in Kiesgruben bei Kamp-Lintfort landete.
Die illegale Entsorgung erfolgte zwischen Februar und November 2024. Rund 1.000 Lkw-Ladungen mit verschmutztem Erdreich wurden vom Gelände des ICE-Instandhaltungswerks abtransportiert und unsachgemäß deponiert. Die Behörden bestätigten, dass für die Entsorgung in den beiden Kiesgruben keine behördliche Erlaubnis vorlag.
Ein 63-jähriger Mann aus Unna sowie zwei weitere Beschuldigte, die mit einem Recyclingunternehmen in Soest in Verbindung stehen, müssen sich nun vor Gericht verantworten. Der Hauptangeklagte ist vorbestraft und saß bereits wegen illegaler Entsorgung giftiger Ölpellets im Gefängnis. Dem Recyclingunternehmen wird vorgeworfen, den illegalen Abfallhandel organisiert zu haben.
Das 400-Millionen-Euro-Depot der Deutschen Bahn in Dortmund soll Mitte 2027 eröffnet werden. Als klimaneutrale Anlage beworben, wird es täglich bis zu 17 Hochgeschwindigkeitszüge warten. Der Fall wirft jedoch Fragen auf, wie das Unternehmen die Abfallentsorgung auf seinen Baustellen überwacht.
Die Ermittlungen gegen die Betreiber der Kiesgruben laufen weiter. Die illegale Entsorgung hat Zweifel an den Compliance-Verfahren bei Großprojekten der Deutschen Bahn geweckt. Im Prozess vor dem Landgericht Dortmund wird die Rolle der Beteiligten an dem Skandal untersucht.






