17 June 2026, 17:24

Der vergessene Ford-Streik 1973: Als Migranten für Würde und Lohn kämpften

"Der Streik hat mir als junger Mensch Stärke verliehen"

Der vergessene Ford-Streik 1973: Als Migranten für Würde und Lohn kämpften

Am 30. August 1973 legten migrantische Arbeiter im Ford-Werk in Köln die Arbeit nieder, um gegen die Missstände zu protestieren. Sie forderten höhere Löhne und mehr Respekt – konkret einen zusätzlichen D-Mark-Stundenlohn und die Anerkennung ihrer Würde. Der Streik markierte einen Wendepunkt für die Geschichte migrantischer Arbeitskräfte in Deutschland.

Die Beschäftigten, überwiegend Migranten, litten unter harten Bedingungen in der Fabrik. Ihr Kampf für faire Behandlung und eine bescheidene Lohnerhöhung zog schnell Aufmerksamkeit auf sich. Deutsche Kollegen schlossen sich dem Protest an, doch einige beteiligten sich später an Angriffen gegen die streikenden Migranten.

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Polizei und Werksschutz gingen mit Härte gegen die Demonstration vor. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen die Behörden gezielt gegen die Streikenden vorgingen. Das Ereignis entwickelte sich zu einem Symbol für die Selbstermächtigung von Migranten und wird bis heute in antirassistischen Debatten aufgegriffen.

Ein neu erschienener, von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis herausgegebener Band untersucht den Streik detailliert. Er beleuchtet die Kontroverse um die Rolle des Betriebsrats und der IG Metall während des Konflikts. Die Publikation stellt zudem Bezüge zu heutigen Kämpfen her – etwa zu denen von Fahrradkurieren, die sich in derselben Tradition sehen.

Der Ford-Streik von 1973 bleibt ein Schlüsselmoment in der Geschichte der Arbeitsrechte von Migranten. Das Buch dokumentiert seine Nachwirkungen und die anhaltende Aktualität der damit verbundenen Themen. Es zeigt, wie der Kampf um Würde und faire Bezahlung bis in die Gegenwart fortwirkt.

Quelle