Deepfake-Skandal: Collien Fernandes klagt gegen Ex-Mann – und löst Debatte über schärfere Gesetze aus
Vito NeureutherDeepfake-Skandal: Collien Fernandes klagt gegen Ex-Mann – und löst Debatte über schärfere Gesetze aus
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat sich zu der dringenden Notwendigkeit schärferer Gesetze gegen den Missbrauch von Deepfakes geäußert. Ihre Äußerungen folgen auf die Entscheidung der Schauspielerin Collien Fernandes, ihren Ex-Mann öffentlich zu beschuldigen, Deepfake-Pornografie von ihr erstellt zu haben. Neubaur lobte Fernandes für ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, und warnte, dass die aktuellen rechtlichen Schutzmechanismen unzureichend seien.
Fernandes reichte Ende 2025 beim Amtsgericht Palma de Mallorca in Spanien eine 40-seitige Anklageschrift ein. Darin wirft sie ihrem Ex-Mann, Christian Ulmen, mehrere Straftaten vor, darunter die Erstellung von Deepfake-Pornografie, Identitätsdiebstahl und virtuelle Vergewaltigung. Zudem führt sie öffentliche Beleidigungen, die Weitergabe privater Informationen, häusliche Gewalt und schwere Drohungen an. Das Gericht hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet.
Fernandes entschied sich für Spanien, da das Land strengere Gesetze gegen digitale Gewalt hat – ein Schritt, der in Deutschland eine Debatte ausgelöst hat. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig forderte daraufhin neue Regelungen, um Deepfakes wirksam zu bekämpfen. Neubaur unterstützte diese Forderung und betonte, dass es sich dabei längst nicht mehr um ein Nischenproblem handle, sondern um eine flächendeckende Bedrohung.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin setzte sich für Reformen im Sexualstrafrecht ein, um digitale und physische Gewalt gleichzustellen. Zudem schlug sie vor, spezialisierte Gerichte für Sexualstraftaten nach spanischem Vorbild einzurichten. Rechtliche Lücken, so Neubaur, ließen Opfer schutzlos zurück und müssten unverzüglich geschlossen werden.
Fernandes bezeichnete sie als "eine mutige Frau" und unterstrich, dass deren öffentliches Auftreten anderen Betroffenen ein starkes Signal sende. Gleichzeitig kritisierte Neubaur die zögerliche Gesetzgebung und mahnte schnellere Reformen an, um den wachsenden Gefahren durch Deepfake-Missbrauch zu begegnen.
Der Fall hat in Deutschland bereits Diskussionen über die Anpassung von Gesetzen zur Bekämpfung digitaler Gewalt ausgelöst. Fernandes' juristisches Vorgehen in Spanien unterstreicht die Notwendigkeit besserer Schutzmechanismen, während Neubauers Reformforderungen darauf abzielen, bestehende rechtliche Grauzonen zu schließen. Das Ergebnis der Ermittlungen und mögliche gesetzliche Änderungen könnten richtungsweisend für künftige Fälle sein.






