"Debritz": Satirische Abrechnung mit dem Niedergang feiert Uraufführung in Karlsruhe
Adriana Schacht"Debritz": Satirische Abrechnung mit dem Niedergang feiert Uraufführung in Karlsruhe
„Debritz“: Eine satirische Abrechnung mit dem Niedergang – Uraufführung am Badischen Staatstheater Karlsruhe
Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat das neue Stück Debritz von Kaleb Erdmann Premiere gefeiert. Die Inszenierung entwirft ein fiktives Dorf als Mikrokosmos gesellschaftlicher Verwerfungen und verbindet absurden Humor mit scharfsinnigen Beobachtungen moderner Krisen.
Handlungsort ist Debritz, einst eine blühende Salinen- und Kurstadt, die durch den Klimawandel zur öden Einöde verkommen ist. Das Dorf steht exemplarisch für unzählige reale Gemeinden in Ostdeutschland, die mit Ernteausfällen, Abwanderung und dem Verlust von Industrie und Infrastruktur kämpfen.
Im Mittelpunkt des Stücks stehen Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihr Freund Maik – die einzigen voll ausgearbeiteten Figuren. Die Handlung nimmt eine groteske Wendung, als das Paar beschließt, den Ort in die Luft zu jagen. Daneben bevölkern skurrile Gestalten wie ein unterirdisch lebender „Barbarossa“ oder ein Darsteller in einem rosa Kerzenkostüm die Bühne und verstärken den slapstickhaften Ton der Inszenierung.
Unter der Regie von Brit Bartkowiak bedient sich die Uraufführung komischer und popkultureller Ästhetik. Doch trotz des lebendigen, überzeichneten Stils fehlt es der Produktion mitunter an emotionaler Tiefe und intellektueller Feinheit.
Debritz bietet eine beißende Satire auf den ländlichen Niedergang und gesellschaftliche Umbrüche. Die Mischung aus Humor und düsterer Realität hinterlässt beim Publikum ein eindringliches, wenn auch unausgeglichenes Bild einer Gemeinschaft am Abgrund. Das explosive Finale unterstreicht die Verzweiflung, die im Kern der Geschichte liegt.
