Bundeswehr startet sechsmonatige Grundausbildung und debattiert über neue Wehrpflichtregeln
Adriana SchachtBundeswehr startet sechsmonatige Grundausbildung und debattiert über neue Wehrpflichtregeln
Bundeswehr führt neues sechsmonatiges Grundausbildungsprogramm ein
Die deutsche Bundeswehr hat ein neues sechsmonatiges Grundausbildungsprogramm für Rekruten eingeführt. Das überarbeitete System, das am 1. Juli 2025 an den Start ging, soll die Vorbereitung der Soldaten standardisieren, bevor sie in spezialisierte Rollen wechseln. Fast 200 junge Freiwillige durchlaufen derzeit diese Ausbildung in der Lützow-Kaserne in Münster, wo Verteidigungsminister Boris Pistorius kürzlich mit den Truppen über die Neuerungen sprach.
Die reformierte Grundausbildung dauert nun sechs Monate – statt wie bisher kürzer – und ist dezentral organisiert, sodass sie an mehreren Standorten in ganz Deutschland stattfindet. Ein zentraler Aspekt des neuen Modells ist, dass Soldaten während der Ausbildung nicht mehr zwischen Standorten wechseln, um sicherzustellen, dass alle Rekruten das gleiche Ausbildungsniveau erreichen, bevor sie in die nächste Phase übergehen.
Pistorius besucht Lützow-Kaserne und schlägt neues Wehrpflichtgesetz vor
Am 10. November 2025 besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius die Lützow-Kaserne in Münster. Dort sprach er mit Rekruten und Angehörigen des Heimatschutzregiments über das aktualisierte Programm. Pistorius brachte zudem ein neues Wehrpflichtgesetz ins Spiel, das vorsieht, allen 18-Jährigen einen Online-Fragebogen zukommen zu lassen, um ihr Interesse am Wehrdienst zu ermitteln.
Unterdessen debattierte der Verteidigungsausschuss des Bundestags am selben Tag über ein neues Wehrpflichtmodell. Thomas Röwekamp (CDU), Vorsitzender des Ausschusses, setzte sich für eine allgemeine Wehrpflicht-Erfassung ein, um mehr junge Menschen aktiv in den nationalen Dienst einzubinden. Auffällig war, dass Pistorius an der Ausschusssitzung nicht teilnahm.
Bundeswehr plant deutliche Aufstockung der Truppenstärke
Langfristig strebt die Bundeswehr an, die Zahl der aktiven Soldaten bis 2035 auf mindestens 260.000 zu erhöhen. Zudem soll die Reserve bis dahin auf 200.000 verdoppelt werden.
Das neue Grundausbildungsprogramm markiert einen Wandel in der Vorbereitung deutscher Rekruten. Mit standardisierter Ausbildung und längerer Dauer will die Bundeswehr eine solide und einheitliche Grundlage für künftige Soldaten schaffen. Der vorgeschlagene Wehrpflicht-Entwurf und die Expansionspläne deuten auf weitere tiefgreifende Veränderungen in der Struktur der deutschen Streitkräfte hin.






