Berliner Kulturszene kämpft mit Großoffensive um mehr politische Unterstützung
Valeria TrubBerliner Kulturszene kämpft mit Großoffensive um mehr politische Unterstützung
Berlins Kulturszene startet Großoffensive für mehr Kunstförderung
Die Berliner Kulturbranche hat eine vielbeachtete Kampagne gestartet, um die Förderung der Künste auf die politische Agenda zu setzen. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ eröffnete ihre Aktionswoche mit der Forderung nach stärkerer finanzieller Unterstützung. Über 600 Kulturschaffende haben die „Berliner Erklärung“ unterzeichnet, um vor der Wahl Druck auf die Kandidat:innen auszuüben.
Den Auftakt bildete die Forderung, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem wurden verlässliche Förderstrukturen angemahnt, um die anhaltende Instabilität im Sektor zu beenden. Als Wahlkampf-Slogan wurde „#deinstimmefürkultur“ eingeführt, um die öffentliche Unterstützung zu mobilisieren.
Nur wenige Politiker:innen nahmen an der Eröffnungsveranstaltung teil. Anwesend waren Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert sowie Bertram von Boxberg, die beiden Vorsitzenden der Grünen. Keine weiteren Berliner Amtsträger:innen erschienen.
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen im Kulturbudget als kurzsichtig. Er warnte zudem vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. Reese berichtete in einer persönlichen Anekdote, wie das Theater sein Leben mit 14 Jahren in Paderborn verändert habe.
Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, verglich die Lage der Theater mit der des Ikarus, der der Sonne zu nah gekommen sei. Die Initiative hat zudem „Wahl-Prüffragen“ für Kandidat:innen entwickelt, darunter das Versprechen „Kunstvermittlung stärken!“
Ziel der Kampagne ist es, die Kulturförderung zu einem zentralen Thema im Berliner Wahlkampf zu machen. Mit der „Berliner Erklärung“ und öffentlichen Aktionen soll langfristige Unterstützung für die Künste gesichert werden. Die Organisator:innen hoffen, dass der Druck zu konkreten politischen Veränderungen führt.






