Bergisch Gladbach: 46 freie Betreuungsplätze – warum die Kindertagespflege in der Krise steckt
Vito NeureutherBergisch Gladbach: 46 freie Betreuungsplätze – warum die Kindertagespflege in der Krise steckt
Kinderbetreuung in Bergisch Gladbach kämpft mit Dutzenden freien Plätzen für das kommende Betreuungsjahr
In Bergisch Gladbach haben Tagespflegepersonen mit Dutzenden unbesetzten Betreuungsplätzen für das anstehende Kitajahr zu kämpfen. Ein stetiger Rückgang der Geburtenraten hat dazu geführt, dass mehr Plätze zur Verfügung stehen als Kleinkinder, die sie füllen könnten. Diese Entwicklung setzt die in der Kindertagespflege Tätigen unter finanziellen und emotionalen Druck.
Die Stadt verzeichnet seit Jahren sinkende Geburtenzahlen, wodurch weniger Kinder Betreuung benötigen. Gleichzeitig haben Kitas ihr Angebot für Kinder unter drei Jahren (U3) ausgebaut. In der Folge bleiben für das kommende Jahr 46 Plätze in der Kindertagespflege unbesetzt.
Die Tagespflege gilt seit Langem als wichtiger Bestandteil der frühen Kindheitsförderung, insbesondere für sehr junge Kinder. Doch die Anbieter sehen sich zunehmend mit Unsicherheit konfrontiert. Sarah Heller, Vorsitzende des örtlichen Verbandes, gehört zu denen, die den Beruf verlassen. Sie warnt: „Die Kindertagespflege ist nicht mehr sicher.“
Viele Eltern bevorzugen nach wie vor die Tagespflege für ihre Kinder bis zum Alter von drei Jahren. Doch Kitas drängen Familien oft zum Wechsel, was die Tagespflegepersonen in finanzielle Bedrängnis bringt. Manche Eltern fürchten, später ihren Platz zu verlieren, wenn sie ihr Kind nicht jetzt ummelden. Dieser Druck hat bereits mehrere Tagespflegekräfte dazu bewegt, ihren Beruf aufzugeben.
Der Verband betont, dass die Tagespflege nicht in Konkurrenz zu Kitas stehe. Vielmehr sollte sie als wertvoller Teil des Betreuungssystems erhalten bleiben – mit mehr Flexibilität und einer persönlicheren Betreuung.
Mit 46 freien Plätzen und immer mehr Fachkräften, die das Feld verlassen, steht die Zukunft der Kindertagespflege in Bergisch Gladbach auf dem Spiel. Der Geburtenrückgang und die wachsende Konkurrenz durch Kitas zwingen viele in der Branche zu schwierigen Entscheidungen. Die Stadt muss nun Wege finden, ein System zu unterstützen, das für Eltern und Betreuungskräfte nach wie vor unverzichtbar ist.






