11 April 2026, 12:20

Ausbildungsmarkt in NRW kämpft mit Bewerbermangel und sinkenden Verträgen

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfosten, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Ausbildungsmarkt in NRW kämpft mit Bewerbermangel und sinkenden Verträgen

Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen steht vor neuen Herausforderungen

In Nordrhein-Westfalen gerät der Ausbildungsmarkt zunehmend unter Druck: Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen übersteigt das Angebot, während Unternehmen über sinkende Bewerberzahlen klagen – trotz einer hohen Zahl offener Stellen. Aktuelle Zahlen zeigen zudem einen Rückgang bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in zentralen Kreisen des Bundeslandes.

Laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein wurden bis Ende Oktober 3.538 neue Ausbildungsverträge registriert – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Krefeld verzeichnete man einen leichten Rückgang um 0,52 Prozent mit 964 neuen Verträgen, während der Kreis Viersen einen deutlichen Einbruch um 11,94 Prozent hinnehmen musste und nur noch 612 neue Ausbildungsverhältnisse zustande kamen.

Besonders gefragt waren Ausbildungsberufe wie Kaufleute für Büromanagement, Chemikanten, Verkäufer im Einzelhandel sowie Fachkräfte für Groß- und Außenhandelsmanagement. Trotz des Rückgangs betonen Unternehmen weiterhin die betriebliche Ausbildung als wichtigsten Weg, um Fachkräfte langfristig zu sichern.

Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, beschreibt den Markt als bewerberfreundlich – es gebe mehr offene Stellen als Interessenten. Die Situation könnte sich 2026 weiter verschärfen, wenn Nordrhein-Westfalen zur neunjährigen Gymnasialzeit (G9) zurückkehrt und in diesem Jahr keine Schulabgänger mit Abitur auf den Arbeitsmarkt kommen. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnt, dass Betriebe, die Abiturienten für Ausbildungen gewinnen wollen, dann mit einem drastischen Rückgang an geeigneten Bewerbern rechnen müssen.

Als Reaktion darauf rufen die IHK, die Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit junge Menschen dazu auf, Ausbildungsmöglichkeiten aktiv zu nutzen.

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Der Rückgang bei Ausbildungsverträgen unterstreicht die wachsende Sorge vor künftigen Fachkräftemängeln. Angesichts weniger Schulabgänger 2026 und der anhaltenden Lücke zwischen Angebot und Nachfrage könnten Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten haben, qualifizierte Stellen zu besetzen. Die Verantwortlichen setzen weiterhin auf eine stärkere Einbindung junger Menschen in die berufliche Ausbildung, um das Ungleichgewicht zu verringern.

Quelle