29 April 2026, 05:00

Antidiskriminierungsprogramme an Schulen: Warum Förderkürzungen Lehrkräfte verunsichern

Ein Plakat mit der Aufschrift '27,1 % der Schüler wurden als rassisch oder ethnisch identifiziert.'

Antidiskriminierungsprogramme an Schulen: Warum Förderkürzungen Lehrkräfte verunsichern

Umstrukturierung der Antidiskriminierungsförderung: Schulen und Lehrkräfte in großer Unsicherheit

Eine grundlegende Reform der staatlichen Fördergelder im Bereich Antidiskriminierung stürzt Schulen und Pädagog:innen in tiefe Verunsicherung. Betroffen sind langjährige Programme, die sich gegen Rassismus, Extremismus und Antisemitismus im Klassenzimmer einsetzen. Kritiker:innen werfen der Regierung vor, damit die Bekämpfung von Hass zu schwächen – und stellen gleichzeitig die Frage, wie Lehrkräfte ihre politische Neutralität wahren sollen.

Felix Bjerke koordiniert an seiner Schule das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", an der 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben. In seinen Workshops geht es um Antirassismus, Extremismusprävention, Antisemitismus und die Aufklärung über Verschwörungstheorien. Doch zwei zentrale Partner, "180 Grad Wende" und "Transaidency", verlieren durch die neue Förderpolitik nun ihre Bundesmittel.

Die Kürzungen betreffen nicht nur Bjerkes Schule, sondern rund 5.000 Einrichtungen im "Schule ohne Rassismus"-Netzwerk. Auch mehrjährige Projekte wie das "Demokratie-Festival" des Kölner Jugendrats stehen auf der Kippe. Besonders hart trifft es Initiativen in Ostdeutschland, darunter "Demokratie in Bewegung – Ost" und "Thüringen Zusammen – Brückenbau im ländlichen Raum".

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigte die Änderungen und betonte, die Programme müssten "breit in der Mitte der Gesellschaft verankert" sein. Gleichzeitig behauptet die rechtspopulistische AfD, die Workshops verletzten die Neutralitätspflicht der Lehrkräfte. Eine Studie der Pädagogischen Hochschule Weingarten zeigt, dass viele Pädagog:innen aus Angst vor Regelverstößen umstrittene Themen zunehmend meiden.

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Ein Bündnis von Organisationen hat nun die Petition "Schulen positionieren sich" gestartet und fordert die Behörden auf, Lehrkräfte im Kampf gegen Diskriminierung zu unterstützen. Die Kampagne argumentiert, die Kürzungen untergraben die Bemühungen um inklusive Klassenzimmer.

Die Reform hinterlässt Schulen mit weniger Mitteln, um Rassismus und Extremismus entgegenzutreten. Projekte, die einst auf stabile Förderung zählen konnten, müssen sich nun umstellen – oder schließen. Für Schüler:innen und Lehrkräfte bringen die Änderungen nicht nur finanzielle Belastungen mit sich, sondern auch die drängende Frage, wie politische Neutralität im Unterricht künftig gelebt werden kann.

Quelle