Anke Greifeneder: Wie die "German TV Disruptor" HBO Max revolutioniert
Adriana SchachtAnke Greifeneder: Wie die "German TV Disruptor" HBO Max revolutioniert
Anke Greifeneder ist bei der Eröffnung des Seriencamp in Köln als „German TV Disruptor 2026“ ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt ihren Einfluss auf die Streaming-Branche als Verantwortliche für den deutschsprachigen Raum und Frankreich bei HBO Max. Bekannt dafür, US-Netzwerke lokal zu etablieren, will sie den Markt nun mit mutigen Eigenproduktionen aufmischen.
Ihre Karriere begann im Schreiben: Greifeneder verfasste romantische Komödien im Stil von Bridget Jones, von denen ein Roman später als deutscher Film verfilmt wurde. Ihr Wechsel zum Fernsehen führte sie zu MTV, wo sie eine lokale Adaption von Pimp My Ride produzierte – umgetauft auf Pimp My Fahrrad. Später half sie, TNT in Deutschland aufzubauen, bevor sie die Leitung bei HBO Max übernahm.
Zu ihren ersten lokalen Aufträgen zählen ein Prequel zur Serie 4 Blocks, ein Thriller der Macher von Dark sowie eine Doku über den spektakulären Diebstahl der „Big Maple Leaf“-Goldmünze. Greifeneder sucht gezielt nach neuen Stimmen und vergleicht ihre Talentsuche mit Entdeckungen wie Lena Dunham oder Richard Gadd. Für sie bedeutet Disruption, Branchengewohnheiten zu durchbrechen, Genres neu zu erfinden und bei Auftragsproduktionen Risiken einzugehen.
Zwar schätzt sie die Begeisterung deutscher Zuschauer für US-Fernsehen, doch die Zukunft liege in heimischen Streaming-Originalen. Ihr Ansatz stellt traditionelle Normen infrage und setzt auf Geschichten, die Erwartungen sprengen.
Der „Disruptor Award 2026“ unterstreicht Greifeneders Rolle bei der Neugestaltung des deutschen Streaming-Markts. Mit einem Mix aus Krimi, Thriller und Dokumentarfilmen positioniert sie HBO Max als Plattform für innovatives lokales Storytelling. Ihr Fokus bleibt auf der Förderung neuer Kreativer – und darauf, zu definieren, was deutsche Zuschauer als Nächstes sehen werden.






