Abschiebeflug mit 50 abgelehnten Asylbewerbern startet vom Flughafen Düsseldorf
Adriana SchachtAbschiebeflug nach Bagdad - NRW fordert Schutz für Jesiden - Abschiebeflug mit 50 abgelehnten Asylbewerbern startet vom Flughafen Düsseldorf
Ein Abschiebeflug mit 50 abgelehnten Asylbewerbern ist diese Woche vom Flughafen Düsseldorf in Richtung Irak gestartet. Unter den Abgeschobenen befanden sich sieben Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden.
Der Flug ist die jüngste einer Reihe von Abschiebungen in den Irak, die von Deutschland aus durchgeführt werden. Bereits im Juli 2023 waren 43 Menschen in den Irak zurückgeführt worden, im Februar desselben Jahres waren es 47. Bei der aktuellen Abschiebung stammten vier der Betroffenen aus anderen Bundesländern, fünf weitere aus anderen EU-Staaten.
Nordrhein-Westfalen hatte zuvor Maßnahmen ergriffen, um jesidische Frauen und Mädchen zu schützen, und ein Abschiebemoratorium bis Juni 2024 verhängt. Die Landesregierung forderte die Bundesregierung auf, entweder alle Abschiebungen von Jesiden auszusetzen oder eine sichere Bleibeperspektive für sie zu schaffen. Diese Forderungen folgten auf die Anerkennung der IS-Verbrechen an den Jesiden als Völkermord durch den Bundestag im Jahr 2023.
Von den 50 Plätzen im Abschiebeflug waren 41 mit Personen aus NRW belegt, darunter 26 mit vorbestraften Straftätern. Die übrigen neun Abgeschobenen kamen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland.
Trotz der wiederholten Appelle Nordrhein-Westfalens für einen besseren Schutz der Jesiden wurde die Abschiebung durchgeführt. Mit dem Abflug bleiben Fragen zur Zukunft der jesidischen Gemeinschaft in Deutschland ungelöst. Die Behörden haben bisher keine weiteren Schritte bezüglich ihres Aufenthaltsstatus angekündigt.






