07 May 2026, 00:21

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Warum Solinger Senioren protestieren

Eine große Protestdemonstration in Hong Kong mit Menschen, die Schilder und Plakate tragen, flankiert von Bäumen, Gebäuden, Fahrzeugen und Straßenschildern.

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Warum Solinger Senioren protestieren

Neue Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest in Solingen löst Kritik aus

Der Seniorenbeirat Solingen übt scharfe Kritik an der neu eingeführten Eintrittsgebühr von 10 Euro für das traditionelle Gräfrath-Marktfest. Die Interessenvertretung argumentiert, dass die Kosten ältere Bürgerinnen und Bürger unzumutbar belasten – viele von ihnen kommen mit knappen Renten kaum über die Runden. Was einst eine kostenlose, inklusive Veranstaltung war, droht nun genau diejenigen auszuschließen, für die das Fest ein wichtiger sozialer Anker ist.

Auslöser der Debatte war die Entscheidung der Veranstalter, die Gebühr mit Verweis auf gestiegene Sicherheitskosten einzuführen. Die Besucher erhalten zwar einen 2-Euro-Gutschein für Essensstände zurück, doch für viele Rentner bleibt die Frage, ob sie sich den Besuch überhaupt noch leisten können. Kritiker, darunter die Arbeitsgruppe Altersarmut des Beirats, werfen den Organisatoren vor, damit den ursprünglichen Gedanken des Festes – Offenheit und Gemeinschaft – zu untergraben.

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Der Seniorenbeirat wehrt sich gegen die Regelung und hält den kostenlosen Familientag am Sonntag für keine ausreichende Lösung, insbesondere nicht für ältere Menschen, die allein leben. Stattdessen schlagen die Vertreter gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt vor. Ihre Sorge ist berechtigt: Ohne Anpassungen werde die Gebühr zur Hürde, die gerade denen den Zugang verwehrt, die von solchen Gemeinschaftsveranstaltungen am meisten profitieren.

Für viele ältere Menschen ist das Marktfest mehr als nur Unterhaltung – es ist eine wichtige Gelegenheit zum Austausch und gegen Vereinsamung. Die Diskussion geht mittlerweile über das Event selbst hinaus und wirft grundsätzliche Fragen auf: Wer kann sich kulturelle Traditionen noch leisten, wenn Geld über die Teilnahme entscheidet?

Bis auf Weiteres bleibt die Eintrittsgebühr bestehen. Doch die Kritik des Beirats zeigt, wie sehr steigende Kosten und soziale Teilhabe zunehmend in Konflikt geraten. Bleibt alles wie bisher, könnten ältere Solinger mit festen Einkommen künftig von einer jahrzehntealten Gemeinschaftsveranstaltung ausgeschlossen sein. Die Entscheidung könnte Schule machen – und Signalwirkung für die Frage haben, wie die Stadt künftig zwischen Tradition und finanziellen Zwängen abwägt.

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